Gassi gehen
Der tägliche Spaziergang ist der Höhepunkt im Tagesablauf des Hundes. Hier kann der Hund seine Energien, die er im Zwinger oder den vier Wänden der Wohnung (ist übrigens für ihn das selbe wie ein Zwinger) nicht ausleben kann. Betrachtet man die Evolutionsgeschichte unserer Hunde ist der Auslauf neben der Jagd und dem Fressen das zentrale Element um das sich im (kleinen) Hundegehirn alles dreht. Leider wird dieser Umstand viel zu wenig gewürdigt. Viele Halter trainieren den natürlichen Bewegungsdrang regelrecht ab, was zwangsläufig zu neurotischen Hunden führt. Dass viele Yorkshireterrier zu aggressiven Kläffern mutieren, liegt unter anderem daran, das diese bedauernswerten Geschöpfe ständig und immer wieder auf den Arm (!) genommen werden. Arme Hunde!
Gönnen Sie Ihrem Hund - ob groß ob klein - täglich, bei jedem Wetter ausreichend Auslauf. Bei diesem Spaziergang werden alle Sinne des Hundes angesprochen, jetzt kann er wirklich 'Hund' sein. Die Festplatte im Hundegehirn wird endlich rotieren können. Ein Vergleich sei erlaubt: Gefängnissinsassen erhalten in ihrem begrenzten Domizil alles, was sie rein vordergründig zum Leben brauchen: Essen, Trinken, Wärme, Trockenheit, Bett. Warum hat der Knast trotzdem so wenig Reiz? Weil die Freiheit fehlt. Und diese Freiheit gönnen wir täglich in ausreichendem Maße unserem Schützling.
Nur der Rudelführer begrenzt diese Freiheit. Aus diesem Grunde ist es eine schöne Pflicht, nach der Erledigung der Füllstandskorrektur (Lösen und Pinkeln muss einfach sein, außerdem dient es der Kontaktpflege), mit dem Hund Unterordnungsübungen zu veranstalten. Erst diese Art von Beschäftigung lässt den Spaziergang zum artgerechten Genuss für den Hund werden. Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang an das Verhältnis Rudelführer - Rudelmitglied.
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