Hundeprofi Martin Rütter gibt Tipps für Hundehalter

Bitte wendet Euch bei Fragen direkt an Martin Rütter!

Fast ist es etwas ruhig geworden um den deutschen Hundeflüsterer Martin Rütter. Doch das täuscht. Neben seinen Aktivitäten als Buchautor, Hundeerzieher und Fernsehmann zieht er auch als Kabarettist durch die Lande.

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Kabarettist Martin Rütter

„Der tut nix” heißt das Programm, mit dem Hundeprofi Martin Rütter in Weiden gastiert. Die Karten dafür sind längst ausverkauft. Ganz auf seine Weisheiten muss trotzdem keiner verzichten. Hier ein Ausschnitt aus einem Interview aus der Tageszeitung “Der Neue Tag” vom 06.11.2012

Tipps vom Hundeversteher

Welche Fehler werden am häufigsten bei der Hundeerziehung gemacht?
Martin Rütter: Ein gravierendes Problem ist die überbordende Vermenschlichung. Schon mit Sätzen wie „Guck mal, da kommt der Papa” werden Erwartungen geschürt, die der Hund niemals erfüllen kann. Ein Hund ist ein Hund und muss dies auch bleiben dürfen, er kann nicht wie ein Mensch funktionieren.
Häufig rücken die eigentlichen Bedürfnisse des Hundes in den Hintergrund, der Mensch stellt meist seine eigenen Wünsche in den Mittelpunkt.
Was kann das für Folgen haben?
Rütter: Die Hunde werden nur mangelnd beschäftigt – und zwar sowohl körperlich als auch geistig. Ein monotoner Spaziergang ohne Aktionen ist für viele Hunde stinklangweilig und kann dazu führen, dass der Hund sich verselbstständigt und seine eigenen Wege geht. Und was ganz wichtig in der Hundeerziehung ist:
Konsequenz. Klare Regeln sind eine unabdingbare Prämisse für ein funktionierendes Mensch-Hund-Team. Nur so weiß der Hund, woran er ist und fasst Vertrauen zu seinem Halter, was nicht zuletzt auch in Gefahrensituationen große Bedeutung besitzt.
Haben Sie Vorschläge zur Lösung und Vermeidung dieser Probleme?
Rütter: Man muss den Hund mit seinen individuellen, natürlichen Bedürfnissen sowie Stärken und Schwächen akzeptieren und respektieren.In Sachen Hundebeschäftigung können kleine Suchspiele, Apportierübungen oder das Auslegen von Fährten für Abwechslung sorgen. Dies sind spannende Möglichkeiten, einen Hund, auch während eines Spaziergangs, sinnvoll zu beschäftigen. Die logische Konsequenz daraus ist, dass man für einen Hund Zeit investieren muss. Wer schon vor der Anschaffung eines Hundes weiß, dass er das Tier jeden Tag acht Stunden oder mehr alleine lassen muss, sollte von diesem Vorhaben zum Wohle des Tieres lieber Abstand nehmen.
Gab es Fälle, die Sie nicht lösen konnten?
Rütter: Der Fall des unerziehbaren Hundes existiert zum Glück nicht so oft. Denn es ist ja auch fast nie DER Problemhund, sondern in 99,9 Prozent der Fälle der Mensch, der seine Verhaltensweisen überdenken und sich ändern muss. Wenn aber die
Kommunikationsmissverständnisse so belastet ist, dass ein Zusammenleben nur noch Stress für beide Parteien bedeutet, muss man in Erwägung ziehen, den Hund in eine andere Umgebung abzugeben. Wenn ein Mensch beispielsweise bei Aggressionsproblemen sehr große Angst vor seinem Hund hat, kann dies eine erfolgreiche Therapie erschweren.
Sie sind ja selbst Hundebesitzer. Hatten Sie schon Probleme bei der Hundeerziehung?
Rütter: Aktuell habe ich keinen Hund. Unsere Mina, die mich über 16 Jahre begleitet hat, ist leider im letzten Jahr verstorben. Mina war der Auslöser für meinen heutigen Beruf. Aber natürlich habe auch ich damals in der Anfangszeit nicht alles richtig gemacht. Es ging mir auch nie darum, einen ferngesteuerten Roboter an meiner Seite zu wissen. Die Leute haben ja immer gedacht, der Hund vom Rütter, der vollführt morgens zum Aufwärmen einen Salto rückwärts und springt durch brennende Reifen. Totaler Quatsch. Das ist auch das, was ich den Leuten immer wieder ans Herz lege: Es geht nicht um Dressur, sondern um Erziehung und Beziehung. Natürlich war Mina letztlich ein gut erzogener Hund, und aus Erziehung ist eine tolle Beziehung entstanden. Aber wenn Mina auf dem Komposthaufen mit der Apfelkitsche im Maul stand und mich unschuldig angeschaut hat, dann konnte ich ihr nicht wirklich böse sein.
Was erwartet die Zuschauer am Mittwoch in Weiden?
Rütter: Wir werden viele schöne Themen behandeln, es wird gleichermaßen unterhaltsam und informativ werden. Natürlich wird es in meinem neuen Programm wieder um die Beziehung zwischen Mensch und Hund gehen. Die Zuschauer können sich auf das Thema „Kastration” freuen, wobei es den Männern davor ja eher graut. Ich bin mir sicher, ich werde ihnen die Angst davor nehmen.
Außerdem wird es um Besitzansprüche gehen. Einerseits nervt es uns, dass sich unser Hund im Garten aufspielt, als würde ihm die Welt gehören. Andererseits markieren wir Menschen im Urlaub.

Wer bei diesem unterhaltsamen Abend nicht dabei sein kann, dem empfiehlt Hundefreunde24.de die Bücher und die CDs von Martin Rütter.

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Weitere Bücher von Martin Rütter:
Leseprobe: Hundetraining mit Martin Rütter
Leseprobe: Martin Rütter Angst bei Hunden

 

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23 Antworten auf Hundeprofi Martin Rütter gibt Tipps für Hundehalter

  1. Pilhar Michaela sagt:

    Hallo!!!!!!!!!!
    Bin am verzweifeln habe seit einen Monat einen Rehpinschermischling, er markiert und macht in
    die Wohnung .
    Bitte dringend um Hilfeeeeeeeeee!!!!!

    Danke Michaela

  2. Martin sagt:

    Ich kann nur berichten wie ich das mit unseren 2 Cockern hingebracht haben: viel Bewegung/spazieren gehen. Wenn der Hund dann sein “Geschäft” verrichtet, gibt es ein Lob/Leckerlie. Und zwar unmittelbar nach dem “Geschäft.”
    Ich würde den Hund gar nicht von der Leine lassen, dass Du “direkt” loben kannst.-

    Umgekehrt haben wir den Hund in dieser Lernphase permanent bei den ersten Anzeichen beobachtet und mit einem scharfen “nein” die Aktion unterbrochen und dann hurtig in den Garten getragen. Dort haben wir den Hund ermuntert, weiter zu machen!

    Noch was: Irgendwann bekommt man ein Auge oder ein Gefühl für den Pinkelturnus. Dem Ereignis zuvorzukommen und draußen fett zu loben, ist die beste Lehr- und Lernmethode.

    Schöne Grüße

    Martin

  3. Sascha sagt:

    Hallo Martin !!
    Brauchen dringend einen Rat . Wir haben einen 2 Jahre alten Jack Russel ( Rüde ) und kastriert .
    Meine Frau erwartet im April Nachwuchs , unser Hund lernt gerade nicht mehr aufs Bett / Couch zu kommen da er uns immer wenn wir uns bewegen wollten angeknurrt und gefletscht hat in seltenen Fällen will er dann wenn wir ihn runter bitten beissen . Dazu kommt noch das er in sein Körbchen machen will wenn er nicht , dass bekommt was er will ! Jetzt ist unsere Angst das wenn das Baby da ist eine schlimme Eifersucht entwickelt die er jetzt schon an den Tag legt .

    Ps : Vor der Schwangerschaft durfte er überall rauf und schlafen , meine Frau hat ihm alles erlaubt was eigentlich nur geht , und behandelt ihn wie ein Baby .
    Bevor das Baby kommt wollen wir das Problem gerne in den Griff bekommen .
    BITTE HELFEN SIE UNS

    • Hallo Sascha,

      wie immer ist es schwer Tipps zu geben, wenn man die genaue Situation nicht kennt. Aber ich glaube Ihr seid schon auf dem richtigen Weg, wenn Ihr Euerem Jack Russel Grundgehorsam beibringt. Dazu gehört, dass er nicht die Dinge in Anspruch nehmen darf, die Euch gehören. Natürlich ist es schwer, nachdem ihr dem Hund schon Dinge erlaubt habt (Bett), die er lieb gewonnen hat.
      Also jetzt gilt es mit aller Konsequenz verloren gegangenes Terrain zurückzuerobern.
      Ich rate Euch, dem Hund ein Körbchen, eine Decke, einen eigenen Platz zuzuweisen. Auf diesen Platz wird er geschickt, dort muss er bleiben. Am Anfang ist die Zeitspanne sehr kurz, ihr müsst das ständig erweitern… Das ist aber nur eine winzige Maßnahme, da gehört noch mehr dazu.
      Ich rate Euch, nachdem ich das nur aus der Ferne beurteilen kann, mit Euerem Jack Russel in eine Hundeschule zu gehen. Keine Angst, das macht richtig Spaß. Dort wird mit Sicherheit das Thema Grundgehorsam angegangen. Gerade weil Ihr ein Baby erwartet muss Euer Hund in der Hierarchie eine Stufe nach unten. Das scheint ihm heute schon nicht zu schmecken. Aber sicher ist sicher.

      Schöne Grüße

      Martin

  4. Heike sagt:

    Hallo Martin….
    ich brauche ganz dringend Deinen Rat.
    Ich habe ein kleinen Mix-Rüde.Der kleine Scheißer ist 7 Jahre und macht jetzt wenn ich nicht zuhause bin,die ganze Nachbarschaft mit seinem weinen und jaulen total verrückt…
    Wie kann ich das aus ihm raus bekommen?…
    lieben Gruß
    Heike

    • Hallo Heike,

      ich habe etwas überlegt, ob man hier übers Internet Tipps geben kann. Ich probiers mal:
      Was ist denn die Ursache für dieses Verhalten? Eine Erklärung gibst Du schon: “Weinen”.
      Wann weint ein Mensch? Sehr oft, wenn er traurig und alleine ist.
      Bei Hunden ist das genau so.
      Bei Hunden haben wir noch zusätzlich das Problem, dass wir ihnen nicht erklären können, dass wir ja wieder zurückkehren.
      Du musst Vertrauen schaffen: Am besten geht man hier in kleinen Schritten vor.

      Schicke Deinen Hund ins Körbchen/auf seine Decke etc. und lasse ihn dort Platz machen. Er darf nicht aus dem Körbchen heraus. Jetzt entfernst Du Dich, bleibst aber sichtbar. Wichtig ist, dass der Hund das Körbchen nicht verlässt und vor allem, dass Du Deinen Hund nicht beachtest. Ziel dieser Übung ist, dass der Hund sein Körbchen als “sicheren” Platz akzeptiert und dort auch verbleibt. Die Nichtbeachtung dient dazu, dem Hund die Normalität des Wartens zu vermitteln. Das machst Du mehrere Tage, bis sich der Hund merklich im Körbchen entspannt.

      Im nächsten Schritt entfernst Du Dich, dass Du nicht sichtbar bist. Das sollte am Anfang nur ganz kurz sein und soll später ausgedehnt werden. Nochmals: Wichtig ist, dass der Hund auf seinem Platz bleibt. Er soll sich auf seinen Platz verlassen können und darauf, dass Du immer wieder zurück kommst. Außerdem soll er die Normalität seines Wartens und Deines Wiederkommens erlernen.

      Das funktionert, wir haben das schon ausprobiert.
      Ich empfehle Dir “Das große GU Praxishandbuch Hunde-Erziehung”. Da findest Du Antworten auf viele Probleme.
      Hundeerziehung HUndebuch

      • Heike sagt:

        danke werde es mal probieren….
        habe ihn ja schon die 7 jahre und bis jetzt hat er es nicht gemacht…
        bin vor kurzem umgezogen und hier in der neuen wohnung fing das an….er kennt ja das alleine sein….das er noch nicht heiser ist,wundert mich total.

  5. Julia sagt:

    Hallo Martin,
    ich brauche dringend Hilfe !
    ich habe meine Hündin jetzt schon über ein Jahr. Sie kommt ursprünglich aus Spanien und es war nicht ganz einfach ihr das ‘Laufen ohne Leine beizubringen’. Sie ist anfangs zwar nie weggelaufen, hat sich aber auch nicht einfangen lassen. Nun klappt das mittlerweile aber recht gut, jedoch hat sie eine Vorliebe für fremde Gärten entwickelt. Sie findet immer einen Weg in die Gärten zu gelangen und schaltet währenddessen auf stumm. Auch wenn sie andere Hunde sieht, gehorcht sie nicht. Wie kann ich sie auf mich aufmerksam machen ?

    Liebe Grüße
    Julia

    • Aus der Entfernung einen Rat zu geben ist natürlich immer schwierig.-
      Sehr oft ist in diesen Fällen ein Defizit in der Bindung zum Herrchen/Frauchen festzustellen. Die spanische Herkunft scheint da nachzuwirken.
      Ich versuche es mal mit menschlichen Maßstäben zu erklären. Ein Hund ist von seinem Überlebensinstinkt her darauf fixiert, grundsätzlich auf seinen Vorteil zu achten: jagen, fressen, gestreichelt werden…
      Das nützen wir bei der Erziehung bzw. beim gesamten Umgang mit dem Hund aus. Wenn der Hund uns mit “Vorteil” verbindet, werden andere Dinge automatisch unwichtiger.
      Unser Ziel ist es diese Bindung zu stärken. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Sehr gut beschreibt das Buch “Du gehörst zu mir” von Nicole Röder die Verbesserung der Beziehung Mensch-Hund.
      Das können wir Dir liebe Julia empfehlen.
      In diesem Buch sind mehrere Fälle und auch Methoden beschrieben. Sicher findest Du etwas für Deinen speziellen Fall.

      Schöne Grüße
      M. Stangl
      Hundefreunde24.de

  6. Markus sagt:

    Hi Martin,

    wir haben seit 2 Tagen ein 6 mon. alten mischling aus dem Tierheim.
    Ich war der meinung das 3x rausgehen am Tag ausreicht , meine frau ist da anderer meinung,
    aber ich denke das man so den rythmus besser hinbekommt. desweiteren glaube ich das er das an der leine gehen auch nicht kennt, er macht weder groß noch klein obwohl ich fast eine stunde draußen bin.
    Im vorraus Danke….

    gruß Markus u. Anja

    • Liebe Anja, lieber Markus,

      zum Trost, irgendwann muss er sich lösen ;)

      Spaß bei Seite. Lasst Euch Zeit, Ihr müsst Euch erst aneinander gewöhnen. Glaubt mir, der Hund hat es nicht leicht mit Euch (aus seiner Sicht!).
      So pauschal kann man das nicht sagen, ob drei Mal reichen. Einer meiner Cocker hatte eine Blasenentzündung, da wäre mit nur drei Mal mehrmals ein Unglück passiert.
      Ich denke, dass in der Eingewöhnungsphase eher großzügig mit dem Gassigehen umgegangen werden sollte. Auch mit der Leine ist das manchmal ein Problem. Ich kenne Hunde, die machen partout nicht an der Leine.
      Was kann ich Euch raten: Klärt ab, ob der Hund gesund ist (siehe oben). Wenn das soweit in Ordnung ist, dann rate ich Euch, täglich einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen (soweit das beruflich und örtlich möglich ist). Sollte das nicht möglich sein, wäre es nicht schlecht, die Frequenz zu erhöhen.
      Wichtig ist, dass Ihr den Hund bei seinem “Geschäft” lobt. Dann wird er sehr schnell in der Wohnung ein Zeichen geben, wenn es pressiert.

      Grundsätzlich rate ich Euch zu einer Hundeschule. Vorab könnte Ihr Euch in einem guten Buch über Grundsätzliches informieren.
      Ein gutes Buch ist: Das große Praxishandbuch Hundeerziehung

      Schöne Grüße
      Euer
      Martin Stangl
      Hundefreunde24.de

  7. bianca sagt:

    Hallo mein hund ist sehr engstlich aber bei gassie gehen kreift sie förmlich alles an so gar mich wen sie in rasche ist wie kann ich das den endern habe nemmlich ein ein jähriges kind daheim

    • Oh, oh. Da solltest Du sehr schnell etwas unternehmen. Aus der Entfernung rate ich Dir einen Hundekurs zu besuchen. Oft merkt man selbst gar nicht, was man alles verkehrt macht. Ängstlichkeit bei Hunden ist beinahe immer auf falsches Verhalten des Hundehalters zurückzuführen. Aus der Angst entsteht sehr oft Aggression, wie Du ja selbst schon schreibst.
      Ich halte es das Hundeverhalten für sehr bedenklich, wenn ein kleines Kind zuhause ist. Also bitte: Tu Dir, Deinem Kind und Deinem Hund den gefallen und geh mal zu Deinem Hundeverein in der Nähe. Da gibt es ganz sicher freundliche Leute, die Dir schnell und kompetent helfen.
      Wenn Du Grundlegendes über ängstliche Hunde und wie man ihnen hilft wissen willst, dann kann ich Dir das Buch von Martin Rütter “Angst bei Hunden” empfehlen.
      Aber nochmals: Gerade wenn ein Kind im Haus ist, solltest Du schnell handeln.

      Schöne Grüße
      Martin Stangl
      hundefreunde24.de

  8. Wilschrey sagt:

    Hallöchen,
    unser Junghund (10 Monate), ein Mischling, knurrte mich und danach meinen Mann zum erstenmal heute an, als er einen Knochen (vom Eißbein) bekam und ich mich mit der Hand dem Knochen näherte. Ich habe lediglich “Nein” zu ihm gesagt, recht energisch, aber ihm den Knochen weiter überlassen. Der Ablauf bei meinem Mann war der gleiche.
    Ist das Verhalten unseres Hundes ok, oder darf er grundsätzlich seinen Rudelführer nicht anknurren? Besten Dank im voraus,
    herzliche Grüße
    Gabi Wilschrey

    • Liebe Gabi,

      die Antwort haben Sie selbst gegeben. Anknurren ist ein absoluter No go!Ich kann aber Ihre Unsicherheit verstehen, da ich bei meinem 1. Hund den selben Fehler gemacht habe wie Sie!
      Mit einem riesigen Knochen wollten wir dem Hund etwas Gutes tun und dann verteidigte er das gute Stück mit blutunterlaufenen Augen. Was haben wir gemacht? Wir haben ‘Nein’ und ‘Aus’ gesagt und haben ihn weiter knurren lassen, weil uns das zu gefährlich war. Das war falsch.
      Konsequenz heißt das Zauberwort in der Hundeerziehung! Sicherlich haben Sie Ihrem Hund irgendwann einmal zu verstehen gegeben, das ‘Nein’ ganz einfach ‘Nein’ bedeutet. Seit neuestem heißt ‘Nein’ für den Hund, “das passt schon, ich muss nur knurren!”.

      Noch ist der Hund jung. Lernen Sie ihm, dass Sie der/die Herr/Frau über die Ressource Futter sind. Nach dem Motto “Der Herr gibt’s, der Herr nimmts!” beginnen Sie ab sofort, ihrem Hund während seiner Mahlzeit, seinen Futternapf weg zu nehmen. Nicht ängstlich, sondern bestimmt! Wenn er es gewähren lässt, belohnen Sie sein Vertrauen, in dem Sie ihm das Futter mit lobenden Worten wieder geben. Er soll Vertrauen fassen, das ist wichtig.
      Wenn es Probleme gibt, muss er die Konsequenzen tragen: Futter weg, in ein paar Minuten beginnt das Training erneut.
      Erwarten Sie nicht Besserung von heute auf morgen. Das ist ein Lernprozess.
      Wenn der abgeschlossen ist, kommen die Knochen dran.

      Bitte beginnen Sie sofort, sonst haben Sie einen Tyrannen an der Backe!

      Martin Stangl, Hundefreunde24.de

  9. Diana sagt:

    Hallo Martin,

    ich habe einen 11 Jahre alten Chihuahua der mir ständig in die Wohnung pinkelt.
    Eigentlich hat er das schon immer gemacht, seitdem ich ihn aus schlechter Haltung mit etwa 2 Jahren von einer Bekannten geholt habe.
    Als wir dann in eine neue Wohnung zogen hat er im ersten Jahr nicht ein einziges mal rein gemacht aber seit dem ersten mal tut er es ständig.
    Ich gehe davon aus, dass es aus Eifersucht auf meinen Mann mit dem ich seit fast 5 Jahren zusammen bin geschieht, denn meist pinkelt er dorthin wo mein Mann sitzt oder liegt.
    Neuerdings verpinkelt er sogar unser Ehebett während wir darin schlafen!!! Er macht sich allerdings auch nicht bemerkbar und es geschah wieder nur auf der Seite meines Mannes.
    Bestrafungen wie Nichtbeachtung, zeitweiliger Liebesentzug oder aus der Wohnung aussperren scheinen keine Wirkung zu zeigen.
    Wir sind mit unserem Latein am Ende und benötigen dringend deinen Rat, da wir unseren Hund trotz allem nicht weggeben wollen….

    Liebe Grüße Diana Hirsch

    • Liebe Diana,

      das Problem ist – wie so oft aus der Ferne und schriftlich – sehr schwer zu beurteilen, besonders in diesem Fall.
      Deshalb zwei Denkanstöße dazu:

      Eifersucht ist eine menschliche Denkkategorie, die man beim Hund wohl so nicht anwenden kann. Es gibt Forschungen über das Empathie bzw. Sympathieverhalten von Hunden, die davon ausgehen, dass Eifersucht der falsche Begriff ist. Zu Eifersucht gehört Vernunft/Unvernunft, die beim Hund definitiv nicht vorhanden ist.
      Ein Beispiel: Wenn Sie eine Straße überqueren wollen (weil ein Bekannter auf der anderen Straßenseite ist) und ein Auto ist im Anmarsch, dann werden Sie im Zweifel stehen bleiben. Denn Sie wissen, dass das Auto relativ schnell ist, sie wahrscheinlich nicht mehr über die Straße kommen und es dann furchtbar aua macht.
      Anders beim Hund. Er sieht eine alte Bekannten auf der anderen Straßenseite (eine Taube, die er noch nie mochte) und marschiert ohne eine vernünftige Handlung schnurstracks auf die andere Straßenseite. Wenn es aua macht: Kismet!
      Ich denke, dass das Nässen mit Dominanz und Territorialverhalten zu tun hat.
      Mehr kann ich aber leider aus der Entfernung nicht dazu sagen. Es gibt viele Möglichkeiten.
      Sprechen Sie doch einmal mit einem erfahrenen Hundetrainer. Der kann im Gespräch mehr Details abfragen und dann einen Rat geben.

      Martin Stangl, Hundefreunde24.de

  10. Regina Studt sagt:

    Meine Malteserhündin 8Jahre, schlottert, zittert und hechelt seit dem letzten Arztbesuch.
    Ich komme an sie nicht mehr ran, sucht mich aber geht mir trotzdem aus dem weg.
    Was kann ich tun?

  11. hanne zeise sagt:

    Hallo Martin, wir haben einen Hund aus Ungarn , er lebt seit 3 Wochen bei uns .Gyufa ist ein sensibler Hund ,und zu Haus ist alles ok,aber gehen wir Gassi ,will er auf andere Hunde los, Er hat auch erst sen Herrchen verloren.Gyufa lässt sich auch nicht ablenken.wir haben noch eine Hündin aus Ungarn,und Danu und Gyufa verstehen sich gut und zu Hause ist alles ok. was können wir tun damit sich die Situation entspannt.lg Hanne

    • Liebe Hanne,

      das kann man per eMail eigentlich gar nicht beantworten. Da spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass es unseriös wäre, aus der Distanz dies oder das zu raten.
      Schaue doch mal bei Hundefreunde24.de unter “2. Hund” oder “Probleme” nach. Der sicherste Tipp ist aber, dass sich ein Hundetrainer mals das Ganze ansieht.

      Sorry, aber ohne das gesehen zu haben…

      Martin Stangl, Hundefreunde24.de

  12. jasmine sagt:

    Hallo Martin,
    Ich habe momentan für ein paar Tage in der Woche ein 6 jähriges Bodeguero Mädchen aus dem Tierheim bei mir. Die kleine ist total lieb & anhänglich aber Gassi gehen mit ihr ist super stressig. Sie zieht & wechselt von links nach rechts, schnuppert nur rum & hört überhaupt nicht. Es wurde ihr einfach nicht bei gebracht. Da ich ihr eine Adoption ermöglichen möchte würde ich gerne etwas mit ihr trainieren so das sie Kommandos wie Sitz, Platz & Fuß versteht, bin mir aber nicht sicher wie.

    Bin sehr dankbar für alle Tips & Tricks.

    Lieben Gruß, jasmine

    • Erziehung mit persönlicher Bindung zum Hund und viel Lob ist der richtige Weg. Bindung ist wohl in diesem Fall aufgrund der kurzen Zeit relativ schwierig, obwohl da sicher was gehen kann.
      Die Erziehung funktioniert nach meiner Erfahrung am besten mit viel Lob und kleinen Übungsschritten.
      Eine Basisübung, die sehr leicht zu erlernen ist, ist das Sitz.
      Du suchst Dir einen weitgehend ablenkungsfreien Platz, stellst Dich neben den angeleinten Hund drückst leicht auf die Kruppe und sprichst ruhig das Wort “Sitz!” aus. Sobald der Hund sein Hinterteil am Boden hat, lobst Du mit Lob und Leckerlie. Diese Übung ist einfach und schafft Vertrauen.
      Sobald hier erste Lernerfolge zu verzeichnen sind, beginnst Du mit dem angeleinten Hund das “Fuß!” zu üben. Wichtig: Immer den Hund auf der selben Seite (meistens ist das links) führen. Mit Lob und Leckerlie geht das schnell!