Zickenalarm und Bengelterror
Es ist noch nicht lange her, dass wir alle viel zu laute Musik hörten uns um die Ratschläge unserer Eltern nichts scherten und überhaupt: Die Welt gehörte uns. Keine Disco war zu weit weg und wenn wir in der Fußgängerzone hin und wieder auffielen, fühlte sich das sehr, sehr gut an.
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Die Natur hat wieder einmal einen äußerst klugen Schachzug gemacht. Nach der Kindheit im warmen Nest der Eltern durften wir – bevor wir ins Erwachsenenleben entlassen wurden – erst einmal testen, wie sich das anfühlt, groß und stark zu sein. Das ist bei unseren Hunden von der Natur genauso genial eingerichtet.
Rüden benehmen sich daneben
Rüden neigen im Junghundalter zu einem starken Selbstbewusstsein. Wie menschliche Halbstarke prügeln sie sich gern um irgendwelche Dinge, die selten einen Wert für sie haben. Es geht nur darum, sich zu behaupten. Vor allem dem eigenen Geschlecht gegenüber zeigen sie nun ein gesteigertes aggressives Verhalten. Wer den eigenen Rüden genau beobachtet, entdeckt schnell: Dieses ist nicht mehr die gleiche Art zu spielen, wie er als Welpe gespielt hat.
Hündinnen zicken
Hündinnen benehmen sich in diesem Alter selten besser als ihre männlichen Artgenossen, jedoch meistens irgendwie anders schlecht. Man kann ihr Verhalten tatsächlich häufig mit zickig umschreiben. Unsere Cocker-Hündin Ayla hat in diesem Alter häufig mit uns „geschimpft”: Hat ihr etwas nicht gepasst, hat sie uns erst angekläfft, ehe sie das tat, was sie sollte. Wie wir damit umgegangen sind? Ich behaupte mal, souverän. Wir haben demonstrativ weggeschaut und einfach gewartet, bis sie ihre Kläffattacke beendet hatte, dann haben wir auf Sitz, aufs Warten oder Anleinen bestanden, eventuell noch einmal ruhig ein Kommando gegeben, und alles war gut. Warum aufregen? Das geht auch wieder vorbei.
Unser Cocker Diego war ganz handsam. Viele seiner halbstarken Kollegen haben aber auf dem Hundeplatz erst einmal auf “dicke Hose” gemacht. Da gilt es darauf zu achten, dass sich der junge Herr erst gar nicht angewöhnt, Hündinnen zu belästigen oder eine Prügelei mit einem anderen Rüden anzuzetteln. Unterbinden Sie dieses Verhalten sofort. Häufig reicht es, den Jungspund unverzüglich anzuleinen, ihn kurz anzusehen und dann wieder in die Freiheit zu entlassen. Damit haben Sie seine Position in der Gruppe geschwächt Beginnt man damit sehr früh, lernen die meisten Flegel sehr schnell, dass der Spaß vorbei ist, wenn sie sich nicht benehmen.
Hundeeltern sind manchmal ratlos – wie übrigens manche pubertätsgeschädigte Eltern auch. Hilfreich ist in diesem Fall einerseits das Wissen um die medizinischen Vorgänge im Körper des Heranwachsenden, andererseits Tipps und Tricks, wie man pubertierendem Verhalten sinnvoll entgegentritt.
Ein ausgezeichneter Ratgeber ist das Buch “Pubertät und wilde Zeiten – Wenn Hunde schwierig werden” (22.90 EUR, portofreie Lieferung bei Hundefreunde24.de) von Martina Nau. Sie klärt über die medizinischen Hintergründe auf und gibt ganz konkrete Verhaltenstipps für bestimmte Situationen. Sie zeigt das typische Hundeverhalten auf und erklärt, wie man diesem konsequent begegnet. Zahlreiche Fotos und Tabellen machen deutlich, worum es geht. Wir von Hundefreunde24 empfehlen dieses Buch recht gerne, weil es aus der Praxis für die Praxis geschrieben ist.
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